Der
Greizer Cäcilienchor
Pfarrer Franz Hackethal setzte sich Ende des 19. Jahrhunderts,
kaum ein halbes Jahr nach der Neugründung einer katholischen
Gemeinde in Greiz, für die Gründung eines Kirchenchores
mit gemischten Stimmen ein. Am 17. Februar 1898 war die Gründungsveranstaltung,
zu der sich 28 Sängerinnen und Sänger einfanden, u.a.
Wenzel Fehr und der erste Vorstandsvorsitzende Andreas Arns, Werkmeister
in der Papierfabrik. Die Aufgaben des Cäcilienchores waren
und sind vornehmlich die Ausgestaltung von Gottesdiensten und
religiösen Festen, aber auch das gemeinsame Teilen von Freude
und Leid der Gemeindemitglieder. Von Anfang an kam auch die Geselligkeit
und das Ausgestalten von karnevalistischen Veranstaltungen nicht
zu kurz.
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Karfreitag
2006 im Gasparinen-Tempel zu Greiz
Erster Chorleiter war der damals in Greiz bekannte Leiter des
Gesangvereins „Arion“, Willy Zürn (1898 –
1899). Mit Franz Dargel folgte erstmals ein Musiker des Greizer
Philharmonischen Orchesters (1899 – 1907), dem nach kurzer
Leitung durch den Steuerassistenten Albert Reineck (1908 bis 1910)
wiederum ein Musiker des Städtischen Orchesters, Paul Bergner
folgte (er fiel 1915 im 1. Weltkrieg). Im Chor sangen damals Greiz-bekannte
Persönlichkeiten wie Ignatz Schöner, Hans Reil, Schriftführer
Franz Leber oder der Chefredakteur der „Greizer Zeitung“,
Franz Kellert. Höhepunkt dieser ersten Jahre war die Benediktion
der kath. Kapelle am 16. November 1902.
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Karfreitag
2006 am Gasparinen-Tempe zu Greiz
Nach dem Weggang von Pfarrer Hackethal im Februar 1922 folgte
mit Pfr. Rudolf Langhammer ein ehemaliger Dresdener Kapellknabe,
der sich neben der Gemeindearbeit intensiv um die künstlerische
Weiterentwicklung des Chores bemühte. Manche eigene Kompositione
widmete er seinen Sängern, die noch heute im Repertoir ist.
Bei vielen Gelegenheiten wie Kirchweih in Reichenbach (1927),
Grundsteinlegung der Kirche in Greiz (1936), Konsekration durch
Bischof Petrus Legge (1938) konnte die Sängerschar ihr gewachsenes
Leistungsvermögen, das auch von der örtlichen Presse
sehr aufmerksam verfolgt wurde, unter Beweis stellen.
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Karfreitag
2006 am Gasparinen-Tempel zu Greiz
Seit Ende des 2. Weltkrieges, begonnen durch seinen Chorleiter
Dr. Ernst Buchalik, der 1950 die Leitung des Chores übernahm,
ist der Chor auch zunehmend in der Öffentlichkeit zu hören:
Beethovens C-Dur Messe mit großem Orchester (1952), Schuberts
Es-Dur-Messe als Veranstaltung der 6. Greizer Musikwoche (1953),
Konzert zur Beseitigung der Hochwasserschäden (1954), Mitwirkung
im Greizer Theaterchor bei Opernaufführungen sowie der 9.
Sinfonie Beethovens, Bachs Weihnachtsoratorium u.ä. sind
Beispiele dafür.
Als sich Dr. Buchalik im Juni 1957 überraschend in den „Westen“
absetzte, wäre der Chor wohl auseinandergefallen, hätte
nicht sein guter Geist, der umsichtige Kaufmann Hans Schilf, die
Fäden gezogen und vorübergehend Lehrer Adolf Hinke und
Bäckermeister Hans Kögel zur Chorarbeit gewonnen. 1961
übernahm für 25 ereignisreiche Jahre der Solotrompeter
des Greizer Orchesters, Kurt Klotsche die Leitung des Cäcilienchores.
Höhepunkte dieser Zeit waren das festlich begangene 80jährige
Chorjubiläum (1978), die Orgelweihe (1983), bei der der Chor
zusammen mit dem Bornaer Kirchenchor Mozarts Orgelsolomesse sang,
sowie die Altarweihe der rekonstruierten Kirche durch Bischof
Gerhard Schaffran (1984).
Nach Paul Bergner, Franz Dargel und Kurt Klotsche ist der derzeitige
Leiter Winfried Arenhövel (seit 1986) vierter Chorleiter
aus den Reihen des Greizer Orchesters.
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Karfreitag
2006 am Gasparinen-Tempel zu Greiz
Besondere Aufführungen der letzten Jahre: Seit 1990 am Palmsonntag
„Greizer Kreuzweg“, seit 1997 Wiederbelebung des traditionellen
Morgensingens am Karfreitagmorgen im Gasparinentempel, Mozartkonzert
in der Stadtkirche (1991), Erstaufführung der Fasch-Passion
(1998), Greizer Erstaufführung von Bachs Osteroratorium (2000),
Chorkonzerte in Gera (1997), Regensburg (2001) und Fürstenfeldbruck
(2003).
Zum 100jährigen Jubiläum 1998 wurde dem Greizer Cäcilienchor
die „Palestrina-Medaille“ verliehen.
Winfried
Arenhövel
Chorleiter